Nancray / Musée parc des Maisons comtoises

Beschreibung der Einsatzstelle

Nur 15 km von Besançon, der Hauptstadt der Franche-Comté, entfernt, ist der Museumspark von Nancray das ideale Eingangstor, um die Franche-Comté und ihre Regionen zu entdecken und zu erforschen. Bauernhöfe, Comté-Käsereien, Brotbacköfen… Insgesamt mehr als 35 authentische Gebäude aus der Franche-Comté aus dem 17. bis 19. Jahrhundert und 8 Themengärten laden die Besucher*innen zu einer spannenden Reise in einem 15 Hektar großen ländlichen Umfeld ein. Natürliche Lebensräume, Tiere, Ausstellungen und Workshops machen den Besuch des einzigen Freilichtmuseums der Region zu einem Erlebnis.

Das mit den Labels Qualité Tourisme und Tourisme et Handicap ausgezeichnete Museum ist von April bis November für die Öffentlichkeit zugänglich, pro Saison gibt es 45.000 Besucher*innen. Das Team besteht aus 20 fest angestellten Mitarbeitenden und etwa zehn Saisonarbeiter*innen. Als Akteur der lokalen Wirtschaft, als Ort des Lebens, als Ort der politischen und der Umweltbildung, als Ort des künstlerischen Ausdrucks und der Vermittlung fördert das Museum durch die Entdeckung einer einfachen, nüchternen, rationalen und in direktem Kontakt mit der Umwelt stehenden Lebensweise die Frage, wie wir heute und morgen in unserer Region leben.

Während der Saison ist das Museum sieben Tage die Woche mit wechselnden Öffnungszeiten geöffnet. Täglich gibt es für die Besucher*innen Vermittlungsangebote zu den Themen traditionelle Fertigkeiten (Weben, Korbflechten, Töpfern usw.), häusliche Gepflogenheiten (Kochworkshops, Haushaltswaren), Kunsthandwerk und Folklore oder auch landwirtschaftliche und gärtnerische Verfahren (Nutzpflanzenarten, Methoden, Werkzeuge usw.). Die Vermittlung wird von einem Team aus drei fest angestellten Vermittler*innen unter der Verantwortung der Verantwortlichen für das Besucherwesen sichergestellt, das von mehreren Saisonarbeiter*innen verstärkt wird. Zu den traditionellen Vermittlungsaktivitäten (Führungen, Workshops, Vorführungen, Animationen) kommt die laufende Betreuung der Tiere hinzu, die während der gesamten Saison auf dem Gelände leben (Esel, Schafe, Geflügel, Pferde, Kühe, je nach Jahr). Von der*dem Freiwilligen wird daher erwartet, dass sie*er Sensibilität und Interesse für das Lebewesen als Ganzes und insbesondere für Tiere zeigt.

Zwischen April und Juli sind die Teams stark mit dem Empfang von Schulklassen beschäftigt, die Besichtigungen und Workshops buchen. Die Saison ist auch von einigen Höhepunkten geprägt, bei denen das Programm durch speziell für diesen Anlass konzipierte Vermittlungsangebote, Auftritte von Künstler*innen (Live-Aufführungen) und zusätzliche Veranstaltungen (Märchen, Attraktionen, Spiele usw.) erweitert wird. Diese betreffen insbesondere die Schulferien im Frühjahr (Zeitraum: April-Mai) und im Herbst (Zeitraum: Oktober-November).

In der Wintersaison ist die Anlage für die Öffentlichkeit geschlossen, aber das Team arbeitet täglich daran, sie instand zu halten und die nächste Saison vorzubereiten (Zusammenstellung des Kulturprogramms, Überarbeitung und Vorbereitung von Animationen, Schulungen, Teamausflüge usw.).

Unser Museum empfängt ein vielfältiges Publikum, ist aber besonders bei Familien beliebt. 2024 haben mehr als 7000 Schüler*innen das Museum besucht, es stellt daher ein wichtiges pädagogisches Werkzeug für das Bildungssystem dar. Es ist außerdem attraktiv für Senior*innen, die in Erinnerungen schwelgen und von dem Potenzial des Museums zur intergenerationellen Vermittlung profitieren können. Wir sind bestrebt, Angebote zu entwickeln, die sich stärker an Jugendliche und junge Erwachsene richten. Als kleine Blase zum Durchatmen außerhalb der täglichen und städtischen Hektik bietet das Museu eine Atmosphäre zum Abschalten, die von den Besucher*innen geschätzt wird.

Die Projekte des Museums basieren auf einem Projet Scientifique et Culturel (PSC), das 2021 für 5 bis 10 Jahre bestätigt wurde und folgende Schwerpunkte hat: Wohnen, Ernährung und Zusammenleben. Wir bieten daher Ausstellungen, Vermittlungsaktivitäten und ein Programm im Einklang mit diesen Prinzipien an, die auch als Bindeglied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dienen. Praktika und Workshops zu traditionellen Baumethoden, Koch- und Verkostungsworkshops, Sensibilisierung für gemeinschaftlich durchgeführte Aktivitäten und Kunsthandwerk werden daher bei unseren Besucher*innen besonders geschätzt.

Im Jahr 2025 wurde ein neues Depot eröffnet, um die Objekte, die nicht öffentlich ausgestellt sind, unter optimalen Bedingungen unterzubringen. Der Umzug der Sammlungen in dieses neue Gebäude wird im Laufe des Jahres 2026 fortgesetzt. 2026 wird auch das Jahr der museografischen Neugestaltung der Ausstellungsräume in bestimmten begehbaren Wohngebäuden des Museums sein. Was die Vermittlung betrifft, so hat das Museum seine Saison unter das Motto „Spiel und Spielzeug” gestellt. Wir werden der Öffentlichkeit insbesondere 7 Modelle aus Legosteinen präsentieren, die typische Architektur der Franche-Comté nachbilden (unabhängig davon, ob sie im Museum vorhanden sind oder nicht).
Das Ende der Saison 2026 wird von einem großen Highlight geprägt sein: „Les vacances“ (Die Ferien), das in einem speziell dekorierten Bereich ein Programm zu den Themen Fantastisches, Wunderbares und Übernatürliches bietet. Das Ausstellungsprogramm für 2027 steht derzeit noch nicht fest.

Das Museum liegt in dem Dorf Nancray (ca. 1300 Einwohner*innen) mit kleinen Geschäften (Minimarkt, Bäckerei, Mikrobrauerei, Restaurant, Imbiss). Es ist mit dem Bus von Besançon aus erreichbar, allerdings mit eingeschränkten Fahrplänen (Linie 81 im Ginko-Netz – Fahrtzeit ca. 25 Minuten). Wir empfehlen der*dem Freiwilligen, in Besançon (ca. 120 000 Einwohner*innen) zu wohnen, einer lebendigen Studierendenstadt mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten, Kultureinrichtungen, Dienstleistungsangeboten und einem guten öffentlichen Verkehrsnetz.

Beschreibung der Tätigkeit der*des Freiwilligen

Der*Die Freiwillige wird in den Abteilungen  Konservierung und Besucherservice/Museumspädagogik eingesetzt.

Besucherservice/Museumspädagogik:

Während der Öffnungszeit (von April bis November) werden Sie vom Team der Besucherbetreuung und Kulturentwicklung empfangen, das für die Konzeption, Organisation und Umsetzung des Kulturprogramms und der Vermittlungsmaßnahmen des Museums zuständig ist. Mit Unterstützung des gesamten Museumsteams arbeitet die Leiterin Caroline gemeinsam mit den Vermittlern Charlotte, Nicolas und Thomas an einer Reihe von Maßnahmen, die den Erwartungen der verschiedenen Zielgruppen gerecht werden. Es geht darum, zu verstehen, was jede Art von Besucher (Kinder, Erwachsene, Familien, Schulklassen, Touristen, Menschen mit Behinderung, Einzelpersonen usw.) von ihrem Museumsbesuch erwartet, und geeignete Vermittlungsformen zu entwickeln, um sie bestmöglich bei ihrem Erlebnis zu begleiten.

Einige wünschen sich schriftliche oder mündliche Erklärungen, andere bevorzugen praktische Aktivitäten und Verkostungen oder möchten einfach nur den Ort ohne jegliche Verpflichtungen genießen. Und dann gibt es noch all die anderen, die unterschiedliche Erfahrungen erwarten. Es liegt an uns, innerhalb eines bestimmten Budgets zu überlegen, was wir tun können, damit möglichst viele Menschen Freude daran haben, uns zu besuchen, und Lust bekommen, wiederzukommen. Die Art und das Thema des Museums bieten ein sehr breites Spektrum an Möglichkeiten, das der Kreativität freien Lauf lässt. Unsere Leitmotive sind Schlichtheit, Authentizität und Mut.

Der*Die Freiwillige übernimmt folgende Aufgaben:

  • Unterstützung bei der Durchführung von Führungen mit der Möglichkeit, diese im Laufe des Jahres selbstständig auf Französisch oder Deutsch durchzuführen, Vorführungen von Handwerkskunst, Verkostungen, verschiedene Veranstaltungen für Familien, Erwachsenengruppen und die breite Öffentlichkeit im Zusammenhang mit den Themen des Museums und dem Leitmotiv der Saison.
  • Teilnahme an Vermittlungsaktionen für Schulklassen (hauptsächlich im Alter von 3 bis 10 Jahren) und Freizeitzentren zu einigen der folgenden Themen: Umwelt, Gärten, Biodiversität, Tiere, Küche, Brot, Käseherstellung, Architektur und Bauwesen, Kunst und Technik
  • Mithilfe bei der Konzeption geeigneter Vermittlungsinstrumente (kleine Übersetzungsarbeiten Französisch-Deutsch, pädagogische Materialien, thematische Dekorationen usw.).
  • Teilnahme an der Organisation und Durchführung spezifischer Veranstaltungen.
  • Gelegentliche Pflege der vor Ort vorhandenen Nutztiere: Gesundheitsüberwachung, Füttern, Tränken und Pflege der Ställe.
  • Mitwirkung an allen Aktivitäten des Besucherdienstes, insbesondere an der materiellen und logistischen Organisation der Aktivitäten.

Konservierung:

Während der Schließungszeit (von November bis März) wird der*die Freiwillige vom Konservierungsdienst empfangen, der für die Verwaltung der Sammlungen zuständig ist. Sandrine, die für die Sammlungen verantwortlich ist, arbeitet an einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die den guten Zustand der Sammlungen und der Sammlungshäuser gewährleisten. Die ethnografischen Sammlungen des Museums umfassen etwa 20.000 Objekte und Häuser. Sie umfassen architektonische Elemente, landwirtschaftliche Maschinen und Werkzeuge, Fahrzeuge, Haushaltsgegenstände, Grafiken, Textilien und Handwerksbetriebe. Die Hauptaufgabe der Abteilung besteht darin, diese Sammlungen zu konservieren, zu dokumentieren und zu verbreiten. Im Jahr 2025 wurde ein neues Lager eröffnet, um die Objekte, die nicht öffentlich ausgestellt sind, unter optimalen Bedingungen aufzubewahren. Derzeit werden die Sammlungen in dieses neue Gebäude überführt. Alle zehn Jahre muss jedes Museum in Frankreich eine zehnjährige Bestandsaufnahme durchführen: Dies ist eine der wichtigsten Aufgaben bei der Verwaltung der Sammlungen eines Museums. Die Bestandsaufnahme ermöglicht die Rückverfolgbarkeit der im Museum aufbewahrten und in den Inventarregistern eingetragenen Werke. Dabei werden der Standort und der Zustand der Objekte überprüft, sie werden beschrieben und gekennzeichnet.
Die Konservierungsabteilung ist auch für die museografische Erneuerung in den Sammlungshäusern zuständig. Dabei geht es darum, in jedem Haus eine Atmosphäre zu schaffen, die einer bestimmten Epoche entspricht, beispielsweise 1880, 1925 oder 1950. Die Wiederinbetriebnahme der Räumlichkeiten ist im Gange.

Der*Die Freiwillige übernimmt folgende Aufgaben:

  • Mitwirkung beim weiteren Umzug der Sammlungen in das neue Lagergebäude.
  • Durchführung von Reinigungsaktionen für die umgesiedelten Objekte.
  • In Zusammenarbeit mit der Sammlungsbeauftragten Durchführung von Inventarisierungsaktionen: Maßnehmen und Fotografieren.
  • Unterstützung bei der Dokumentation der Objekte durch Recherchen.
  • Mitwirkung bei der museografischen Neugestaltung der Sammlungshäuser.

Was wir von der*dem Freiwilligen erwarten

  • Interesse an ländlicher Architektur, immateriellem Kulturerbe und ethnografischen Sammlungen
  • Sensibilität für Umwelt und Tiere
  • Kommunikationsfähigkeit, Kontaktfreudigkeit
  • Fähigkeit, junge Menschen zu betreuen
  • Teamfähigkeit
  • Kreativität, Neugier und Dynamik
  • Praktische Veranlagung und Freude an handwerklicher Arbeit
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Anpassungsfähigkeit und Selbstständigkeit
  • Fortgeschrittene Französischkenntnisse

Besonderheiten der Einrichtung:

  • Variable Arbeitszeiten
  • Arbeit an Sonn- und Feiertagen, einigen Abenden und in den Schulferien
  • z.T. Arbeit an staubigen Orten, Tragen von Lasten
  • Freiluftanlage, die Innen- und Außenarbeit kombiniert, den Witterungseinflüssen ausgesetzt ist und Mobilität auf dem 15 Hektar großen Gelände erfordert

 

Die Einrichtung ist barrierefrei.

Um eine Unterkunft muss sich selbst gekümmert werden.

Wir empfehlen den Besitz eines Führerscheins und eines eigenen Autos. Es ist jedoch auch möglich, Fahrgemeinschaften von Besançon aus mit dort lebenden Mitarbeitenden des Museumsteams zu organisieren. Für Sportler*innen und Frühaufsteher*innen kann die Strecke auch als Kombination aus Zug (Besançon-Mamirolle) + Fahrrad (6km) in Betracht gezogen werden: Hier ist mit 40-50 Minuten zu rechnen. Die Fahrt mit dem Fahrrad allein dauert zwischen 1h15 und 1h30 mit etwas Höhenunterschied.

Wo wir sind

Rue du musée
25360 Nancray
Frankreich

www.maisons-comtoises.org

logo
logo
Freiwilligendienste Kultur und Bildung
Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz
Kulturbüro Rheinland-Pfalz
FSJ Politik
FSJ Ganztagsschule
FSJ Kultur
Maison
OFAJ-DFJW
Service_civique
AGDF
Qualität in Freiwilligendiensten